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Häufig gestellte Fragen zur Einführung
des BESA Leistungskataloges 2020

BESA Care erhält viele Anfragen zum neuen BESA Leistungskatalog 2020, u.a. wegen des Bundesgerichtsurteils vom 7. Oktober 2019 zum RAI Index 2016.

Nachfolgend sind die Ausgangslage und die Antworten von BESA Care auf die häufigsten Fragen von Behörden und Kunden zusammengestellt.


Ausgangslage
Aktuell wird in den Schweizer Alters- und Pflegeinstitutionen der BESA Leistungskatalog 2010 (LK2010) eingesetzt. In Kantonen, die sowohl das BESA System wie auch das RAI-System zulassen, wird der BESA LK2010 in einer gegenüber dem RAI-System «kalibrierten Version» eingesetzt, mit einer linearen Kürzung der BESA Pflegeminuten um 8.45%.

Mit dem RAI Index 2016 wird diese Kalibrierung der beiden Systeme aufgehoben. BESA Care hat alle Kantone bereits im Dezember 2016 darauf hingewiesen, dass bei einer kantonalen Einführung des RAI Index 2016 zeitgleich die Kalibrierung des BESA LK2010 aufgehoben werden muss. Dies wurde bisher im Kanton Aargau per Januar 2019 umgesetzt, weitere Kantone planen aktuell die Aufhebung der Kalibrierung.

Im Juli 2019 wurden die KLV-Anpassungen bekanntgegeben, welche ab Januar 2020 in Kraft treten (mit einer Übergangsfrist bis Ende 2021). Gemäss den Mindestanforderungen an die Bedarfsklärungsinstrumente muss zukünftig jede BESA Pflegestufe den tatsächlich erbrachten Pflegeleistungen (gemäss Zeitmessungen) entsprechen (KLV Art. 8b Absatz 2).

BESA Care hat den BESA Leistungskatalog 2020 entwickelt, um diese Anforderungen zu erfüllen.

 

Was ist der BESA Leistungskatalog 2020?
Der neue BESA Leistungskatalog wurde entwickelt, um die Mindestanforderungen an die Bedarfsklärungsinstrumente des Bundesamtes für Gesundheit zu erfüllen. Spätestens ab 2022 muss der Leistungskatalog für jede Stufe den Zeitmessungen entsprechen. BESA Care hat CURAtime-Zeitmessungen aus den Jahren 2017-2019 als Datengrundlage genommen und in Zusammenarbeit mit Experten der Firma Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS) den Leistungskatalog von BESA Care analysiert. Es hat sich herausgestellt, dass die Itemstruktur und die den Leistungsitems hinterlegten Pflegeminuten und Häufigkeiten im LK2010 immer noch gut passen. Um die Anforderungen des BAG zu erfüllen, muss die Kalibrierung zwingend aufgehoben werden. Zudem waren Anpassungen bei den Querschnittsleistungen und beim Mitwirkungsfaktor notwendig.

Auf wann kann der LK2020 eingeführt werden?
BESA Care hat diesen Sommer bei allen Kantonen nachgefragt, ob eine Einführung per Januar 2020 vorgesehen ist. BESA Care benötigt für die Einführung bei den Kunden einen Vorlauf von etwa drei Monaten. Kein Kanton hat sich entschieden, den LK2020 bereits per Januar 2020 einzuführen.
Die nächste Einführungsmöglichkeit ist der 1. Juli 2020 oder dann der nächste Jahreswechsel (1. Januar 2021).

Um was geht es beim Bundesgerichtsentscheid vom 7. Oktober 2019?
Im Kanton Solothurn wurde der RAI Index 2016 eingeführt und ein Krankenversicherer hat dagegen geklagt. Nun hat das Bundesgericht bestätigt, dass die Kantone in der Einführung von kantonalen Versionen der Bedarfsklärungssysteme frei sind. Ab 2022 müssen diese kantonalen Versionen aber die neuen nationalen Mindestanforderungen an die Bedarfsklärungsinstrumente erfüllen.

Was empfiehlt BESA Care den Kantonen, welche wegen des Bundesgerichtsentscheides vom 7. Oktober 2019 noch kurzfristig auf Januar 2020 den RAI Index 2016 einführen wollen?
Zumindest die Kalibrierung des LK2010 muss aufgehoben werden. Dies ist zwar für BESA Care auch mit einigem Aufwand verbunden, kann aber mit einzelnen Kantonen noch auf Januar 2020 vereinbart werden. BESA Care empfiehlt diesen Kantonen, die Umstellung auf den LK2020 auf den nächstmöglichen Termin nachzuholen.

Wie verändern sich die Pflegestufen, wenn nach der Aufhebung der Kalibrierung ein Jahr später auf den LK2020 umgestellt wird?
Die grösste Auswirkung hat die Aufhebung der Kalibrierung - diese beträgt 8.45%. Mit der anschliessenden Umstellung auf den LK2020 kann es nochmals zu einer leichten Erhöhung der Pflegestufen kommen, abhängig vom Casemix der Bewohner/-innen. Das Hauptargument für den LK2020 ist aber, dass mit diesem Leistungskatalog die effektiv erbrachten Pflegeleistungen besser abgegolten werden, die Verteilung der Pflegestufen in einer Institution wird genauer.

Wer entscheidet, ob der BESA LK2020 oder der RAI Index 2016 tatsächlich den neuen Mindestanforderungen des BAG entsprechen?
BESA Care hat die Anpassungen im LK2020 auf einer breiten Datengrundlage (mehr als 1200 CURAtime-Erhebungen in 23 Institutionen) bestmöglich ermittelt. Experten der externen Firma Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS) haben die Methodik geprüft. Jedoch wurde national noch nicht abschliessend geklärt, ob CURAtime als Zeitmessungsmethodik anerkannt wird. Eine Arbeitsgruppe von Leistungserbringern, Kantonen und Krankenversichern ist daran, diese Frage zu prüfen. Wir gehen davon aus, dass CURAtime als Zeitmessungsmethodik anerkannt wird, da sie in der Langzeitpflege sehr verbreitet ist. Eine Alternative zu CURAtime zu entwickeln und in den Institutionen neue Messungen durchzuführen, wäre sehr teuer und zeitaufwändig.